Wittlingen, 700 m NN,
größter Stadtteil von Bad Urach mit über 1.100 Einwohnern.
Der heutige Stadtteil Wittlingen präsentiert sich als sehr lebendige Gemeinde mit einer vorbildlichen Dorfgemeinschaft und einer bürgernahen Ortsverwaltung.
Durch die Erschließung neuer Baugebiete und eines Gewerbegebiets ist die Einwohnerzahl in den letzten Jahren kontinuierlich angewachsen.
Grundschule, Kindergarten, Turn- und Festhalle, Metzgerei, Hofladen, Bankfiliale und verschiedene Handwerksbetriebe gehören zu den wichtigsten Infrastruktureinrichtungen.
Ein reges und umfangreiches Vereinsleben gibt beinahe jedem die Möglichkeit für eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Alle Wittlinger Vereine sind sehr aktiv und haben ihre Gemeinde auch überregional bekannt gemacht. Informationen zu den Wittlinger Vereinen finden Sie in der Stadtinfo, unter Vereine und Organisationen.
Wittlingen ist eine attraktive Wohngemeinde, umgeben von einer herrlichen Landschaft auf der Schwäbischen Alb.
Geschichtliche Beschreibung von Wittlingen
Die Besiedlung der Umgebung des Dorfes ist für die römische frühalemannische Zeit belegt. Auf der 0,6 km nördlich gelegenen Flur "Mäuerlen" weisen römische frühalemannische Siedlungsspuren auf einen römischen Gutshof hin. Römische Siedlungsreste fanden sich auch 1,8 km südlich beim Weidentäle.
Die merowingischen Reihengräber, die 1971 nördlich und westlich des 1876 angelegten Gemeindefriedhofes entdeckt wurden, deuten auf eine Besiedlung des Dorfbereichs im 7. Jahrhundert hin. Die alemannischen Gräber scheinen Teil eines größeren Friedhofs zu sein. Sie lagen in der Nähe des abgegangenen Weilers "Hofstetten", der wohl bereits im Mittelalter im Dorf aufgegangen ist.
Auch bei der früheren Mühle Georgenau im Ermstal wurde ein merowingisches Grab aufgedeckt.
Der um 1090 - im Bempflinger Vertrag - genannte Ortsname (Witilingin) dürfte vom Personennamen Witilo von einer Alemannischen Sippe abzuleiten sein.
Im 15. und 16. Jahrhundert stellte das Dorf nach Zahl der Lehenhöfe eine bedeutende Siedlung dar.
Bis zum 15. Jahrhundert sind die Grundherrschaft und der Grundbesitz wechselhaft und oft weit verzweigt. Erst im 15. Jahrhundert wurden die Verhältnisse klarer erkennbar. Nun treten neben Württemberg besonders die Speth und Probstei, seit 1439 Kartause Güterstein als Grundherren hervor. In der Folgezeit war die Geschichte von Wittlingen wechselhaft und von den politischen Wirren - wie bei seinen Nachbarn auch - abhängig. Kriegerische Auseinandersetzungen forderten auch in Wittlingen ihren Tribut. Vor dem 30- jährigen Krieg (1618 bis 1648) hatte Wittlingen 350 Einwohner, nach 1648 waren es noch 60 Einwohner. Es blieben außer der Kirche und dem Pfarrhaus noch zwei Häuser stehen.
Bei den beiden Weltkriegen mussten auch viele Wittlinger Männer ihr Leben lassen.
Der Gemeinde wurde 1948 ein Wappen verliehen. Das dargestellte Kreuz auf einer Zinnmauer soll an den Aufenthalt des Württembergischen Reformators Johannes Brenz (1548) als Verfolgter erinnern. Die liegende Hirschstange bezieht sich auf Württemberg.
Wittlingen liegt in einer Mulde in der es - vor allem im Ortskern - wasser-undurchlässigen Basalttuff hat, daher gab es auch in Wittlingen relativ viele und gute Wasserbrunnen.
Durch die Mulde (Nestlage) liegt Wittlingen auch klimatisch günstig, man kann dies am Obstbau erkennen. Die landwirtschaftliche Fläche wird größtenteils von ein paar größeren landwirtschaftlichen Betrieben bewirtschaftet. Die Zeiten, dass in fast jedem Haus Vieh stand, sind auch in Wittlingen vorbei. Schon sehr früh zog es die arbeitende Wittlinger Bevölkerung zur Arbeit in die Uracher Betriebe. An dem hat sich bis heute nicht viel geändert.
Seit 1971 ist Wittlingen im Rahmen der Gemeindereform nach Bad Urach eingemeindet.
Rulaman-Weg
Schillerhöhle
Burg Baldeck
Geschichte Hohen-Wittlingen
Hofgut Hohen-Wittlingen
Georgenau
So heißt die Häusergruppe unterhalb des Hohen-Wittlingen im Ermstal.
Die Erms entspringt ca. 4 km talaufwärts bei Seeburg.
Zu der Mühle Georgenau waren einst mehrere Orte gebannt. Die Bürger von Wittlingen, Hengen, Lonsingen und Sirchingen mussten ihr Getreide in dieser Mühle mahlen lassen. Dieser Mühlenbann endete mit der Gewerbefreiheit in Urach im Jahr 1849.
Um 1700 kaufte der Uracher Vogt Georgy die Mühle. 1710 erhielt er die Erlaubnis das vergrößerte Anwesen als besonderen Weiler unter dem Namen Georgenau vom Flecken Wittlingen abzutrennen.