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Ansicht Kirche Enying
Heimat

Partnerstadt

Die Stadt Bad Urach unterhält seit ca. fünf Jahren eine Städtepartnerschaft mit der etwa 1.100 km entfernten ungarischen Gemeinde Enying. Die Gemeinde Enying mit ca. 8.000 Einwohner liegt 20 km vom Balaton (Plattensee) entfernt und 100 km südlich von Budapest.

Die Partnerschaftsurkunde wurde am 20. Juli 2001 im Foyer des Rathauses Bad Urach im Rahmen einer Feierstunde unterzeichnet. Sie wurde in beiden Sprachen erstellt. Neben anderen interessanten Gegenständen kann sie in einem Schaukasten im Rathaus Bad Urach angesehen werden. Ziel der Partnerschaft ist die Entwicklung der gegenseitigen kulturellen, sozialen, sportlichen und wirtschaftlichen Kontakte. Aus diesem Grund wurde noch vor der Unterzeichnung der Partnerschaft am 13. Juni 2001 ein Verein gegründet, der die freundschaftlichen Beziehungen weiter ausbauen, vertiefen und pflegen soll. Der "Partnerschaftsverein Bad Urach-Enying e.V." unter seinem Vorsitzenden Manfred Frischknecht hat in den vergangenen Jahren eigene Veranstaltungen (Ungarischer Abend, Vortrag des ungarischen Generalkonsuls) organisiert, an anderen (Kurparkfest, Weihnachtsmarkt) mitgewirkt und Fahrten Bad Uracher Vereine und der Schulen finanziell unterstützt.

Wappen Enying

Denkmal Enying

Kirche Enying


Galerie

Unsere Gäste aus Enying nehmen regelmäßig an unseren traditionellen Veranstaltungen teil, allen voran dem Bad Uracher Schäferlauf. Neben den offiziellen Kontakten zur Stadtverwaltung haben sich gute Kontakte zwischen der Musikschule Enying und dem Bad Uracher Jugendblasorchester, dem Fußballverein Enying und dem TSV Wittlingen, zwischen dem dortigen Bocsor István Gimnázium und der Geschwister-Scholl-Realschule, im kirchlichen aber auch im privaten ergeben. Der Besuch des Fanfarenzuges Bad Urach e.V. 1962 im Jahre 2003 war vorallem durch seine Auftritte in Enying ein besonderes Ereignis für die Bürger der Gemeinde Enying aber auch für alle Vereinsmitglieder.

Die Partnerschaft Bad Urach-Enying lebt

Vertreter der Stadt Bad Urach und Mitglieder des Partnerschaftsvereins Bad Urach-Enying e.V. besuchten vom 12. bis 15. Oktober die Partnerstadt Enying in Ungarn. Die 16 Personen umfassende Delegation wurde am Donnerstagnachmittag vom für weitere vier Jahre wiedergewählten Bürgermeister Deszö Tóth und den beiden Dolmetscherinnen Annamaria Frank und Eszter Hidasi vom Flughafen Budapest abgeholt und mit einem improvisierten Sektempfang begrüßt.
Quartier bezog die Gruppe in einer Privatpension bzw. auf einem großen Gestüt in Lajóskomarom.
Beim Abendessen in einem schmucken Lokal berichtete Bürgermeister Tóth, dass ihm die Partnerschaft mit Bad Urach sehr wichtig sei und Impulse für seine Gemeinde gebe. Er strebe ähnlich dem Beispiel Bad Urachs ebenfalls die Gründung eines Partnerschaftsvereins an, in welchem er sich als Vorsitzender engagieren wolle.

Die Tagesausfahrt am kommenden Tag wurde neben Bürgermeister Tóth auch vom dortigen Vize-Bürgermeister und dem Notar (Verwaltungsmann) Stefan Szörfi begleitet. Erster Halt war die Stadt der Königinnen Veszprém. Die Geschichte der Stadt reicht bis in die Zeit der Landnahme zurück. Durch die regierende Herrschaftsfamilie des ersten Königs Stephan I., und vor allem durch seine Gemahlin Gisela, wurde Veszprém zur königlichen Residenz. Gisela hat sich die Stadt auserkoren, sodass sich Veszprém in der Folgezeit zur Stadt der Königinnen entwickeln konnte. Außerdem kristallisierte sich Veszprém für die katholische Kirche Ungarns zu einem prägenden Bischofssitz heraus. Beispiel dafür ist das im Barockstil erbaute Gebäudeensemble auf dem Burggelände, inmitten dessen sich der erste und als Diözese auch der älteste Dom Ungarns erhebt. Veszprém ist seit langem erzbischöfliche Residenzstadt.

Das opulente Mittagsmahl nahm die Delegation in einem ungarisch schwäbischen Hirtenhaus ein. Die zackige Zigeunermusik, gespielt von der Band "Udvarház", begeisterte so, dass Bürgermeister Tóth seinen stimmgewaltigen Tenor ertönen lies.

Am Nachmittag wurde in Magyarpolány nach einem Aufstieg über 240 Stufen und fünf Stationen die dortige Kirche besichtigt und die dort alljährlich stattfindende Passion "Polányi Passió" durch eine Stadtführerin erklärt. Sehenswert war auch das aus mehreren Gebäuden bestehende Heimatmuseum, welches viele Informationen über das frühere Leben der ungarischen Bevölkerung beinhaltet. Ungarische und schwäbische Bewohner lebten in der Gemeinde getrennt voneinander. Um die Gemeinde zusammenzuführen wurde deshalb vor Jahrzehnten eine Brücke erbaut, welche heute nur noch als "Mahnmal" existiert.

Beim Abendessen wurde die Delegation von wiedergewählten und neu gewählten Mitgliedern des Gemeinderates der Stadt Enying begrüßt. Die Kommunalwahlen fanden am 01. Oktober in Ungarn statt. Die überwiegend jungen Vertreter des Gemeinderates sind Landwirt, Versicherungskaufmann, Tischler, Koch oder Apotheker. Bürgermeister Markus Ewald bedankte sich für die überschwängliche Gastfreundschaft und das hervorragend organisierte Besuchsprogramm. Er beglückwünschte seinen Kollegen Bürgermeister Deszö Tóth zu dessen Wiederwahl und überreichte ihm ein Geschenk. Gleichzeitig lud er ihn und seine Frau sowie Vertreter der Gemeinde und die Volkstanzgruppe "Pergö-forgo" zum Uracher Schäferlauf am 22. Juli 2007 ein.

Am Samstag gab es Gelegenheit die Enyinger Kirche sowie das mit EU-Mitteln teilrenovierte Schloss mit Schlossgarten zu besichtigen. Bürgermeister Tóth berichtete über die Schwierigkeiten, Veränderungen herbeizuführen und finanzielle Unterstützung durch die ungarische Regierung zu erhalten. Im letzten Jahr wurde der Gemeinde 2 Mio Forinth Unterstützung gekürzt. Geplante Maßnahmen in der Infrastruktur konnten somit nicht begonnen werden.

Anschließend stand der Besuch der in Ungarn einzigen Fischzuchtanlage in Sáregres-Rétimajor etwa 40 km südöstlich von Enying gelegen, an. Nach einer sehr informativen Führung durch das Museum mit der Leiterin der Zuchtanlage war die Delegation zur Fischsuppe eingeladen. Wanderungen oder Radfahren durch das Angelzentrum oder saunieren und baden war ein schöner Ausgleich für die erlebnisreichen Tage.

Am Abend lud Bürgermeister Tóth in einen privat geführten Weinberg mit einer kleinen Weinprobe ein. Der Winzer bot echte ungarische Gulaschsuppe, welche mit Begeisterung genossen wurde und so klang der Tag mit hervorragender Stimmung aus.

Am Sonntag trat die Gruppe dann die Heimreise an, nicht aber bevor in Budapest die Statue von Bischof Gellért besucht wurde. Auch gab es die Möglichkeit die Fischer-Bastei zu besichtigen und von dort verschiedene Blicke auf die Stadt Buda und Pest zu werfen.

Mit vielen neuen Eindrücken kehrte die Delegation am Sonntagabend nach Deutschland zurück.

Informationen

Informationen hierzu aber auch über den Partnerschaftsverein erhalten Sie über die Stadt Bad Urach beim Amt für Schulen, Sport und Soziales, Frau Walter.

Der Partnerschaftsverein Bad Urach-Enying e.V. ist auch direkt über seinen Vorsitzenden Manfred Frischknecht, Breitensteinstraße 91, 72574 Bad Urach, Telefon 07125/70518 erreichbar.
Der Verein freut sich über jedes neue Mitglied und Spenden. Der jährliche Mitgliedsbetrag beträgt 10 EURO.