Heilwasseranalyse
| Kationen |
mg / l |
| Calcium (Ca2+) |
715.00 |
| Natrium (Na+) |
770.00 |
| Magnesium (Mg2+) |
94.60 |
| Kalium (K+) |
68.50 |
| Eisen (Fe2/3+) |
2.99 |
| Mangan (Mn2+) |
0.31 |
| Ammonium (NH4+) |
0.11 |
| Anionen |
mg / l |
| Chlorid (Cl) |
1050.00 |
| Hydrogencarbonat (HCO3) |
1570.00 |
| Sulfat (SO42) |
1120.00 |
| Bromid (Br) |
1.26 |
| Hydrogenphosphat (HPO42) |
0.14 |
| Gelöste feste Mineralstoffe |
5392.91 |
| + Freies gelöstes Kohlendioxid (CO2) |
1230.00 |
| Lösungsinhalt |
6622.91 |
Heilwasseranalyse (PDF)
Der Weg zum Heilbad
Seit über 150 Jahren ist das Gebiet um Bad Urach als geologische Anomalie bekannt. Messungen hatten ergeben, dass hier die geothermische Tiefenstufe dreimal höher ist als im Bundesdurchschnitt. Wissenschaftler kamen deshalb in Gutachten zu dem Schluss, dass in dem »Vulkangebiet« bei einer Tiefenbohrung »mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit« hyperthermales Mineralwasser zu finden sein müsse.
Im Jahre 1969 haben die drei Ermstäler Eugen Haas, Max Olpp und Eugen Rühle, sowie der Kieler Ministerialrat Dr. Rudolf Illing den Gedanken aufgegriffen. Sie gründeten zur Erschließung des Thermalwasservorkommens eine »Ermstal-Bohrgesellschaft mbH« und die »Ermstal-Bohrgesellschaft mbH & Co KG«. Das Kommandit-Kapital in Höhe von 600.000 DM brachten Uracher Bürger auf. Die Bohrung konnte schon im Januar 1970 beginnen. Am 12. Mai 1970 erschloss die Bohrmannschaft die »Uracher Therme«, eine der stärksten und mit 61° C Lagerstättentemperatur auch eine der wärmsten des Landes. Sie wurde als »Calcium-Natrium-Chlorid-Sulfat-Hydrogencarbonat-Thermal-Säuerling« eingestuft. Bereits im Juni 1970 wurde die Bohrgesellschaft in die »Thermalbad Urach GmbH & Co KG« überführt. Gleichzeitig wurde das Gesellschaftskapital auf 10 Millionen DM erhöht. Rund 1 500 Personen, meist Bürger von Bad Urach und der nächsten Umgebung, brachten das Gesellschaftskapital auf. Schon am 25. März 1972 wurde der erste Bauabschnitt des Thermal-Mineralbades, die Badehalle mit dem großen Innenbecken, eröffnet. Schon elf Monate später wurde das große Außenbecken eingeweiht.
Im Herbst 1975 erkannte das Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr von Baden-Württemberg Urach das Prädikat »Ort mit Heilquellen-Kurbetrieb« zu. Der Luftkurort Urach war damit in den Kreis der Heilbäder Baden-Württembergs aufgenommen. Damit war gleichzeitig der Startschuss für die weitere Entwicklung des Uracher Kurgebiets gegeben: Kurpark, Haus des Gastes, Kliniken, Kurmittelhaus und Hotels entstanden nacheinander.
Am 1. Juli 1983 war es dann soweit: Mit dem Segen der Landesregierung wurde aus dem Luftkurort Urach das Heilbad Bad Urach. Damit fand ein wichtiger Abschnitt in der touristischen Entwicklung der Stadt seinen Abschluss. Parallel zum Aufbau des Thermal-Mineralbades und des Kurgebiets wurde auch die touristische Infrastruktur weiter ausgebaut, die gesamte Innenstadt saniert und eine Ortsumfahrung gebaut. Durch den Bau der Ortsumfahrung konnte die Historische Innenstadt fußgängerfreundlich gestaltet werden.