"Initiative Motorradlärm": Lärmschutzbeauftragter der Landesregierung besucht Seeburg

 

Städte, Gemeinden und Landkreise in Baden-Württemberg fordern gemeinsam mit der Landesregierung von der Europäischen Union, der Bundesregierung, den Herstellern von Motorrädern sowie von den Motorradfahrenden mehr Anstrengungen, um Motorradlärm spürbar zu reduzieren.

Dies betonte vergangene Woche Thomas Marwein, der Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung bei seinem Besuch in Seeburg. Marwein war ins obere Ermstal gekommen, um sich selbst ein Bild von der Lärmsituation zu machen, mit den betroffenen Menschen zu reden und sich für den Beitritt Bad Urachs zur „Initiative Motorradlärm“ zu bedanken.  

Zu den Forderungen der Initiative gehören zum Beispiel eine stärkere Lärmreduzierung der Krafträder schon ab Werk, mehr Eingreifmöglichkeiten der Polizei oder auch die Motorradfahrer selbst stärker für die Lärm-Thematik zu sensibilisieren.

Mit Blick auf die Mitgliederzahl sagte Marwein: „Mehr als 95 Kommunen und Landkreise sind der Initiative bereits beigetreten, um die Forderungen zur Reduzierung von Motorradlärm mit breiter Stimme zu unterstützen. Das ist ein deutlicher Weckruf für die politischen Entscheidungsträger beim Bund und der Europäischen Union, Maßnahmen zu ergreifen, die Lärmbelastung durch Motorräder wirkungsvoll zu senken.“ Er freue sich, dass sich innerhalb kurzer Zeit so viele Kommunen und Landkreise aus Baden-Württemberg der Initiative angeschlossen hätten, dass dadurch fast ein Fünftel aller Einwohner Baden-Württembergs repräsentiert würden.

Motorradlärm ist ein zunehmendes Problem in vielen Gemeinden, insbesondere in den landschaftlich reizvollen und bergigen Strecken wie zum Beispiel zwischen Seeburg und Hengen. Dies bestätigten auch die Anwesenden Stadträte, Ortschaftsräte und Bürger. „An Sonntagen mit schönem Wetter kann man hier über 300 Motorräder in der Stunde zählen. Wenn man da auf der Terrasse sitzt, denkt man, man sitze auf dem Nürburgring“, wie eine Seeburgerin beklagte.

Dabei sei es auch hierbei so, wie immer: Ein Großteil der Motorradfahrer halte sich an die Geschwindigkeits- und Lärmvorgaben, aber es gebe da halt auch einige, die das nicht kümmere, wie ein anderer Seeburger hinzufügte. Bürgermeister Elmar Rebmann ergänzte hierzu noch, dass alle Motorradfahrer herzlich in Bad Urach willkommen seien, solange sie sich an die Regeln halten würden.

In Sachen Streckensperrung am Wochenende machte der Grünen-Landtagsabgeordnete Marwein den geplagten Anwohnern indes wenig Hoffnung: „Das wurde schon oft genug versucht – und immer wieder von einem Gericht gekippt.“ Eine Strecke nur für Motorradfahrer sperren und für zu laute Autos offen lassen, gehe nicht.

Während schnelle Lösungen in absehbarer Zeit für Seeburg und andere betroffene Ortschaften nicht machbar scheinen, könnte ein Lärmdisplay etwas Linderung verschaffen, indem es die aktuellen Lärmwerte anzeigt und den jeweiligen Verursachern ins Gewissen redet. „Damit haben wir durchaus schon erfolge erzielt“, so Marwein. Aktuell seien in Baden-Württemberg rund 40 solcher Geräte im Einsatz. Bei der Anschaffung erhalten Kommunen einen Zuschuss von bis zu 4000 Euro vom Verkehrsministerium. Die Gesamtkosten liegen bei etwa 15 000 Euro.

Marwein betonte aber, dass für ihn die Einführung einer Halterhaftung für Motorräder ein noch wirkungsvolleres Instrument sein könnte. Bislang müssen Motorradfahrer nämlich bei ihren Lärmvergehen noch auf frischer Tat ertappt werden, um sie mit bis zu 135 Euro Bußgeld zu belegen. Wobei die Identifizierung bei geschlossenem Helmvisier quasi unmöglich ist. Eine Hafterhaltung würde dies ändern. Dies müsse aber auf Bundesebene entschieden werden, so der Lärmschutzbeauftragte. Und je mehr Kommunen Mitglied in der Initiative seien, desto aussichtsreicher sei dieses Bestreben. Neben Bad Urach gehören in der Region zum Beispiel auch Münsingen oder Römerstein zu den Mitgliedern der Initiative.

Lärmschutz Seeburg

Bürgermeister Elmar Rebmann, der Seeburger Ortsvorsteher Oliver Kolb und der Landeslärmschutzbeauftragte Thomas Marwein fordern mehr Rücksicht von Motorradfahrern.

Praktische Infos

Kontakt

Stadt Bad Urach
Marktplatz 8-9
72574 Bad Urach
Tel: 07125 - 156-0
Fax: 07125 - 156-102
info(at)bad-urach.de

Öffnungszeiten:

Mo 08.30 - 12.00 Uhr
14.00 - 16.00 Uhr
Di geschlossen
Mi 08.30 - 12.00 Uhr
Do 08.30 - 12.00 Uhr
15.00 - 18.30 Uhr
Fr 08.30 - 12.00 Uhr

 
Termine außerhalb der Öffnungszeiten bitte telefonisch vereinbaren.

Ihre Ansprechpartner »