Hengen

In Silber (Weiß) eine bewurzelte grüne Weidebuche.

Die erste schriftliche Erwähnung des in früh-alemannischer Zeit besiedelten Ortes findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 1272.

Damals schenkte Ulrich, ein Sohn Sifrids von Urach, dem Kloster Offenhausen einen Hof in Hengen. Ein nach dem Ort sich benennendes Adelsgeschlecht ist nicht bekannt. Das Dorf kam entweder 1251 mit Wittlingen oder 1265 mit der Grafschaft Urach als Achalm-Urachscher Besitz samt allen Herrschaftsrechten an Württemberg.

Mitte des 14. Jhs. waren die Herren von Sperberseck württembergische Lehensträger im Ort. Seit dem 15. Jh. gehörte Hengen zum Amt Urach. Es bildete im 16. Jh. zusammen mit Gruorn, Rietheim, Trailfingen und Wittlingen das (Unter-)Amt Dienstsiegel von 1939 Seeburg.

Nach 1806 war Hengen selbst Sitz eines Unteramts und eines Oberschultheißen, dem die Schultheißereien der fünf genannten Orte unterstanden.

1819 wurde das Unteramt im Zuge der damals durchgeführten Verwaltungsreform aufgehoben.

Bei der Auflösung des Landkreises Urach 1938 kam die Gemeinde zum Landkreis Münsingen, wurde zum 1. Dezember 1972 ein Stadtteil von Urach und gehört seitdem zum Landkreis Reutlingen.

Seit etwa 1931 führte die Gemeinde das oben beschriebene Wappen. Die Weidebuche erinnert an die ehemalige „Henger Dicke", eine noch im 16. Jh. bestehende ausgedehnte Waldweide, die später gerodet und in Ackerland umgewandelt wurde.

Die württembergische Archivdirektion war 1939 mit der Weiterführung des bisher verwendeten Wappens im Dienstsiegel einverstanden. 1956 entschied sich der Gemeinderat für die Ortsfarben Grün-Weiß (Grün-Silber).

Praktische Infos

Quelle

Diese Wappengeschichte stammt aus dem Buch »Wappenbuch - Die Städte- und Gemeindewappen im Landkreis Reutlingen« von Helmut Schepper (Hrsg.) mit der freundliche Zustimmung des Wiedemann Verlags.

Das Buch ist unter der ISBN-Nummer 3980553140 verfügbar.