Schillerhöhle

TULKAHÖHLE

Normalerweise ist die Höhle von mitte April bis mitte November geöffnet.

Die Schillerhöhle entstand im Tertiär, also vor ca. fünf Millionen Jahren, zu einer Zeit, in der es das Ermstal samt seinen Seitentälern noch nicht gab und die Schwäbische Alb bis in die Gegend von Stuttgart reichte. Eine Gesteinsspalte im Grundwasserbereich wurde vom durchströmenden Wasser durch chemische Lösung des Kalkes (Korrosion) und Abtragung (Erosion) zu einer Unterwasserhöhle erweitert. Das Höhlen- System des Blautopfes ist heute noch eine solche Unterwasserhöhle.

Durch die rückschreitende Erosion schnitten sich die Nebenflüsse des Neckars immer tiefer in die Alb ein. Der Grundwasserspiegel sank ab und die hochgelegenen Unterwasserhöhlen, wie die Schillerhöhle, fielen völlig trocken. Die viel jüngere und tiefer gelegene Falkensteiner Höhle ist dagegen noch im Stadium einer »aktiven Flusshöhle». An einigen Stellen im vorderen Bereich der Schillerhöhle sieht man Hinweise auf alte Wasserstandsmarken an den Wänden. Der ehemalige Höhlenbach durchfloss die Höhle von Nord nach Süd, also vom heutigen Eingang ins Berginnere. Dies kann man an den Fließfacetten in der hohen Kluft ablesen. Dort sind noch Reste einer höheren, also älteren Etage erhalten. Mit dem Absinken des Grundwasserspiegels wurde die Schillerhöhle immer seltener durchflossen. Der mitgeführte Lehm setzte sich am Höhlenboden ab. Irgendwann wurde durch Hochwasser der Lehm weitertransportiert und bereits übersinterte Stellen wieder freigelegt. So entstand die Naturbrücke. Am Ende des begehbaren Teils der Höhle sieht man den Lehmsumpf. Die Fortsetzung dieses tiefer gelegenen Höhlenganges ist ganz mit Lehm verstopft.

Seit langen sind die Täler soweit eingeschnitten, dass die Schillerhöhle völlig von Fließwasser abgeschnitten ist und sich deshalb nicht mehr vergrößern kann. Durch Tropfwasser können seither Tropfsteine wachsen. Die Stalaktiten an der Decke wurden leider abgeschlagen, die wenigen Bodentropfsteine (Stalagmiten) sind verrußt, ebenso wie der Wandsinter. Die ehemalige Schönheit der Schillerhöhle können wir einer Beschreibung von Gustav Schwab in dem Buch »Auf der Neckarseite der Schwäbischen Alb« aus dem Jahr 1823 entnehmen.
»Das Schiller- oder Schillingsloch ist übrigens mühselig zu befahren und man muss vom Dorf Wittlingen Laternen und Leitern mitnehmen. Nach dem engen Felseingang geht es etwa eine Stubenhöhe hinab, dann öffnet sich der Fels, wie durch Kunst gewölbt, frei und schön, mit vielen weiten Seitenrissen; alles voll von Tropfsteinen und Fraueneis (heute Montmilch genannt); so dass eine Beleuchtung auch hier guten Effekt machen müsste. Wenn der Bach durchwatet ist, kommt man zu einem zweiten Abgrund, bei dem abermals die Leiter anzusetzen ist; so kann man in allem in eine Tiefe von 200 Schuh (das sind 57 m) hinab kommen. Doch ist das ganze Abenteuer unbehaglich und gefährlich. Bei den französischen Invasionen des 17. Jahrhunderts war diese Höhle Asyl der Umwohner und ihrer Habe. Die Höhle ist so kalt, dass der Förster das Fleisch im Sommer wochenlang in derselben frisch hält.« Im »RULAMAN«, der Geschichte aus der Zeit der Höhlenmenschen und Höhlenbären, nannte David Friedrich Weinland die Höhle »TULKAHÖHLE«. Sie ist deshalb den meisten aus ihrer Schulzeit bekannt.

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