Alarmierung

Die Entwicklung der Alarmierung der Feuerwehr Bad Urach

 

Schon im Jahre 1920 wurde in Bad Urach angefangen eine so genannte „Weckerlinie“ einzurichten und aufzubauen.

Dabei durchzog eine Freileitung die ganze Stadt, eine eindrähtige Ringleitung von der Polizeiwache im Oberamt und zurück. Ein vieladriges Kabel ging von der Polizeiwache über die Dächer zum Werkhaus, wo ein Paralleltableau zur Anzeige der ausgelösten Feuermelder, so wie eine Sprechstelle zu den Feuermeldern in den Außenbezirken installiert war.

An der Ringleitung waren die Alarmglocken, die Feuermelder mit und ohne Sprechstelle, sowie verschiedene Brandmeldeanlagen von Betrieben angeschlossen.

Die vielen mutwilligen Fehlalarme von den Straßenmeldern sind heute auf Täuschungsalarme der betrieblichen Brandmelder übergegangen. Es gab auch viele Drahtbrüche in de Ringleitung, die zu Störungen und Fehlalarme führten. Ursachen für die Drahtbrüche waren unter anderem mechanische Einwirkungen, durch Sturm brechende Äste oder Bäume die auf die Leitungen gefallen sind, Eis oder Schneebruch, oder einfach ein Maler, der ein Kabel abschraubte, da es beim Arbeiten störte.

Diese Störungen mussten schnell beseitigt werden, um die Funktion der Weckerlinie sicher zu stellen. Es vielen immer wieder zeitaufwendige Arbeiten an um die Ringleistung wegen eine Baustelle zu verlegen, oder einfach nur weil ein Kamerad neu dazu kam oder jemand umgezogen ist.

Tage und Nächtelang waren Feuerwehrkameraden insbesondere bei Schnee und Eisbruch unterwegs um die Leitungen zu suchen und wieder zu flicken. 1965 wurde diese Aufgaben an eine Ortsansässige Firma vergeben.

Ende der 60´er zog die Polizei in die Münsinger Straße um, das alte Werkhaus wurde abgerissen und das Kabel vom Oberamt konnte abgebaut werden. Die Ringleitung wurde ins neue Domizil der Polizei eingeschleift und gleichzeitig die Polizei mit der Feuerwehr über ein Erdkabel verbunden. Noch heute wird über dieses Kabel eine interne Sprechverbindung betrieben.

Anfang der 70´er wurde im Landkreis dann der Sprechfunk und die Funkalarmierung aufgebaut.

1974 wurde am Gerätehaus in Bad Urach der erste Funkmast aufgebaut und der Einbau der Funkanlage vorbereitet.

1975 war es dann soweit, im September ging „Florian Urach“ in Betrieb. Zur Ausrüstung gehörten zwei Funkalarmgeber, einer davon war bei der Polizei installiert, eine Funkfeststation, 6 Fahrzeugstationen, 10 Handfunkgeräte im 4m Band, 15 Alarmmeldeempfänger mit 3-Ton-Rufauswerter. Einige auserwählte Feuerwehrmänner waren jetzt mit Taschenmeldeempfänger ausgerüstet, im gesamten Stadtgebiet waren sie jederzeit zu erreichen. Die Wecker der Weckerlinie waren ja nur Zuhause und zum Teil am Arbeitsplatz und in einigen Gaststätten wo der Wirt auch in der Feuerwehr war.

Die Alarmierung war aber dennoch nur Örtlich möglich, da die Kreisleitstellen erst mit der Neufassung des Feuerwehrgesetztes 1978 ausgebaut wurden. Die Weckerlinie wurde nach wie vor gebraucht und Parallel mit dem Funk betrieben.

Bis 1980 wurde der Sprechfunk im Wechselverkehr geführt, die einzige vorhandene Relaisstelle auf dem Roßberg war für Urach ungeeignet. Ab 1980 wurden die Relaisstellen Grasberg und Pfronstetten in Betrieb genommen, der Gegensprechverkehr war jetzt auch in Urach möglich und eine Verbindung nach Reutlingen war gewährleistet. Die 5-Ton-Alarmierung wurde wegen einem Mehrbedarf an Alarmschleifen eingeführt.

Im Februar 1982 ging die Kreisleitstelle in Reutlingen in Betrieb, dadurch benötigten wir im Urach einen Alarmumsetzer, um die ankommenden Signale zu verstärken.

Der Notruf 112 war aber nur über die Polizei in Metzingen zur Leitstelle möglich. Nach und nach wurden alle Feuerwehrmänner mit Funkmeldeempfängern ausgerüstet. Die vier Ortsteile werden nach wie vor über eine Sirene alarmiert, jedoch wurden die Auslöseeinrichtungen abgeschaltet und eine Sirenensteuerung über Funk eingerichtet, so war es der Leitstelle möglich, direkt die Sirenen auszulösen.    

1984 war dann eine Erweiterung der Funkanlage notwendig diese wurde von den Gebrüdern Joachim mit Hilfe vieler anderer Kameraden in Eigenleistung gebaut. Pünktlich zum 125 Jährigen Jubiläum im Juni 1984 war die neue Funkzentrale fertig gestellt. Sie ist heute noch Störungsfrei in Betrieb.

Ende 1988, nach fast 70 Jahren, wurde begonnen die Weckerlinie in Bad Urach abzubauen. Durch die Einrichtung der Piepser und das mittlerweile zuverlässige System der Alarmierung, war diese nicht mehr notwendig. In vielen Stunden Arbeit wurde mit der Drehleiter im gesamten Stadtgebiet die Leitungen abgebaut, auch heute sind noch an machen Häusergiebel die Isolatoren zu erkennen.

Im Jahre 2006 kam der nächste Quanten Sprung in Sachen der Alarmierung. Die neue Digitale Alarmierung wurde im Landkreis eingeführt. Für die Feuerwehr Bad Urach hieß das einiges umzustrukturieren und neue Denkansätze zu suchen. Wurde bis jetzt im analogen Verfahren bei der Alarmierung in Bad Urach nur unter Zug1, Zug2 und Vollalarm unterschieden besteht jetzt die Möglichkeit die Alarmierung in mehrere kleiner Gruppen aufzuteilen. Durch die Umstellung auf Kleinalarm Tag/ Nacht, Zugalarm Tag/Nacht, Abteilungsalarm, Alarm für die Führungskräfte etc. konnte die Effizienz der Abt. Stadtmitte im Vergleich zum alten Alarmierungssystem gesteigert werden.

Eine weitere Effizienzsteigerung konnte durch die Berücksichtigung verschiedenster Faktoren wie Arbeitsplatz, Wohnort, Verfügbarkeit erzielt werden. Im November 2006 wurden die bisher 31 RIC´s auf 35 RIC´s erweitert. Die 4 RIC´s wurden in den 4 Abteilungen für die digitalen Sirenen extra vergeben, dadurch ist eine nochmalige Trennung der Sirene und den DME

(digitaler Meldeempfänger) gegeben. Des Weiteren ist eine etwaige Katastrophenwarnung über die Sirenen für die Bevölkerung weiterhin vorhanden.  Der einzige große Nachteil des Digitalen System ist, dass nicht mehr direkt vom Gerätehaus in Bad Urach Alarmiert werden kann. Die einzige Alarmierungsstelle ist und bleibt die Leitstelle in Reutlingen von dieser der ganze Landkreis komplett abhängig ist.

Bild Alarmierung3

 

Bild Alarmierung 2
Bild Alarmierung1

Praktische Infos