Meldung

Änderung der Gaspreise auf Basis „neuer Umlagen“ zum 1. Oktober 2022


Allgemeine Gas-Preisentwicklung

Wahrscheinlich haben Sie in den vergangenen Wochen und Monaten die Medienberichterstattung über erheblich steigende Energiepreise in Deutschland und Europa verfolgt. Die Beschaffungskosten, die die Energieversorger für Gas zahlen müssen, sind in den vergangenen Monaten extrem stark gestiegen. Zeitweise erreichten die Preise für die Beschaffung von Gas nie zuvor gekannte Höhen. Hierzu ein Beispiel: Gegenüber Anfang 2021 haben sich die Gaspreise im Großhandel bis Anfang August 2022 mehr als verachtfacht. Das stellt auch die Stadtwerke Bad Urach vor enorme Herausforderungen. Und es ist auch nicht absehbar, wann diese Hochpreisphase endet. Durch unsere langfristig angelegte Einkaufspolitik konnten wir in 2022 die Preise für Sie bisher stabil halten und liegen aktuell in der Grund- und Ersatzversorgung bei knapp einem Drittel des Marktpreises. Ähnlich wie andere Energieversorger können wir jedoch die außergewöhnlich hohen Kostensteigerungen in der Energiebeschaffung ab 2023 nicht mehr ausgleichen und werden die Preise ab 01.01.2023 deutlich erhöhen müssen. Die genaue Höhe werden wir Ihnen rechtzeitig im Rahmen der Bekanntmachungsfristen bis Mitte November 2022 mitteilen.

Ursachen der Gas-Preisentwicklung

Ursache für die stark steigenden Großhandelspreise sind verschiedene weltweite Entwicklungen. Zum einen erhöhte die konjunkturelle Erholung nach der Hochphase der Corona-Pandemie die weltweite Nachfrage nach Rohstoffen und ließ die Preise international steigen. Witterungsbedingt gab es im Winter 2021/2022 zudem eine erhöhte Nachfrage nach Gas.

Der zweite wesentliche Faktor ist der Angriff Russlands auf die Ukraine. Der Angriffskrieg führt nicht nur zu großen Unsicherheiten auf den Rohstoffmärkten. Die von Russland im Zuge des Krieges stark gekürzten Gaslieferungen verknappen das Gasangebot erheblich. Das führt zu stark steigenden Preisen beim Gaseinkauf.

Neue Gas-Umlagen

Die deutliche Kürzung der Gaslieferungen durch Russland betrifft auch die Gasversorgungs-sicherheit im Winter. Die Bundesregierung hat deshalb mehrere Maßnahmen ergriffen, um die Versorgungssicherheit zu stärken. Dazu gehört unter anderem die drastisch beschleunigte Einspeicherung von Erdgas in die Erdgasspeicher, aber auch von der Bundesregierung beschlossene Stützungsmaßnahmen für Gasimport-Unternehmen, denen Gaslieferungen aus Russland weggebrochen sind. Sie müssen diese Gasmengen, die einen Teil des Gasbedarfs in Deutschland decken, jetzt in kürzester Zeit zu extrem hohen Preisen nachbeschaffen.

Zur Finanzierung solcher Maßnahmen hat die Bundesregierung unter anderem die so genannte Gasbeschaffungsumlage (siehe § 26 EnSiG) und zusätzlich die so genannte Gasspeicherumlage (siehe § 35e EnWG) neu eingeführt. Diese Umlagen werden auf den Gasverbrauch in Cent/kWh aller Kundengruppen wie Haushalte und Industrie- und Gewerbekunden ab 1. Oktober 2022 erhoben.

Die Höhe der Gasbeschaffungsumlage wurde am 15.08.2022 mit 2,419 Cent/kWh (netto) bekanntgegeben. Per aktuellem Stand wird ohne eine EU-Ausnahmegenehmigung auch diese Umlage -wie bisher alle Kostenelemente wie Abgaben und Umlagen- mit 19%-Mehrwertsteuer belegt, d.h. diese neue Belastung beträgt brutto 2,879 Cent/kWh.

Die Höhe der Umlage wird regelmäßig alle drei Monate überprüft und ggf. angepasst.

Die Veröffentlichung der Höhe weiterer beschlossener Umlagen wie der Gasspeicherumlage und der Bilanzierungsumlage erfolgt voraussichtlich am 18. August 2022.

Wir als Stadtwerke Bad Urach sind gesetzlich verpflichtet, die aus diesen neuen Umlagen erzielten Einnahmen vollständig abzuführen, sie verbleiben also nicht in unserem Unternehmen.

Anpassung der Gaspreise ab 01.10.2022 wegen neuen Umlagen

Durch die neuen Umlagen werden sich die Preise sowohl in der Grund- und Ersatzversorgung als auch die Preise in unseren Sonderverträgen (z.B. Schäfergas) der Stadtwerke Bad Urach ab 01.10.2022 erhöhen. Diese neuen Preise werden auf der Homepage der Stadt Bad Urach und der Stadtwerke Bad Urach amtlich bekanntgemacht und werden im „Der Uracher“ Ausgabe KW 34/22 im Amtlichen Teil veröffentlicht.