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Cem Özdemir wird Ehrenbürger


Cem Özdemir ist 1965 in Bad Urach geboren, wuchs hier auf und ist als Politiker seit mehr als drei Jahrzehnten auch Botschafter seiner Heimatstadt. Bereits seit seiner Jugend engagiert er sich im politischen und sozialen Bereich. Unter anderem setzte er sich schon früh für die Reaktivierung der Ermstalbahn ein. 

Cem Özdemir ist seiner schwäbischen Heimat immer treu und verbunden geblieben: Er ging in Bad Urach zur Schule, hat in Reutlingen studiert und schaffte es 1994 als erster türkischstämmiger Abgeordneter in den Deutschen Bundestag.

Von 2004 bis 2009 saß der studierte Sozialpädagoge im Europa-Parlament. Zwischen 2008 und 2018 war er Bundesvorsitzender der Grünen. Seit Dezember 2021 ist Özdemir Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft der Bundesrepublik Deutschland. In dieser Funktion setzt er sich unter anderem auch dafür ein, dass die in Bad Urach erfundene Brezel immaterielles Kulturerbe werden soll. Seine Heimatverbundenheit stellte er nicht zuletzt auch regelmäßig bei den Uracher Schäferläufen und der offiziellen Festrede zum 300-Jahre-Schäferlaufjubiläum 2023 unter Beweis.

Der selbsternannte „anatolische Schwabe“ Özdemir ist seit vielen Jahren Vorkämpfer gegen Rassismus, Antisemitismus und Extremismus. Er gilt als hervorragender Rhetoriker, der sich in vielen Reden auch für eine bessere Integration von Muslimen in Deutschland einsetzt. Dabei pocht der Politiker stets darauf, dass Integration ein Geben und Nehmen ist.

Einen besonderen Stellenwert hat hierbei auch seine „Wutrede“, die er im Februar 2018 im Bundestag gehalten hat. In dieser Rede wandte er sich in aller Deutlichkeit gegen rechten Populismus und Hetze. Zudem wurde Bad Urach durch diese Rede Bundesweit bekannt. Die Eberhard-Karls-Universität Tübingen zeichnete seinen Beitrag anschließend als „Rede des Jahres“ aus. In der Begründung hieß es „Seine Rede ist ein eindrückliches Plädoyer für eine offene Gesellschaft, gegen Ausgrenzung und Spaltung“. (Die Auszeichnung „Rede des Jahres“ gibt es seit 1998. Auch die Theologin Margot Käßmann, der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki und der ehemalige Bundestagspräsident Norbert Lammert gehörten schon zu den Preisträgern.)

Cem Özdemir hat sich somit nicht nur um seine Heimatstadt, sondern insbesondere aufgrund seines politischen Werdegangs um die Bundesrepublik Deutschland verdient gemacht. Ein Termin für die offizielle Verleihung steht momentan noch nicht fest.