Meldung

Hochwasser in Bad Urach: Schutzmaßnahmen haben voll gegriffen


Bereits am Samstagnachmittag wurde die Freiwillige Feuerwehr immer wieder zu vollgelaufenen Kellern gerufen. Besonders betroffen schienen dabei vor allem Häuser gewesen zu sein, die an Hängen stehen, aus denen oft plötzlich Quellen aus dem Berg sprudelten, wo vorher noch nie Wasser war.

Kurz vor Mitternacht wurde dann gemeldet, dass der Gustav-Magenwirth-Weg oberhalb der Magura verschmutzt sei. Bürgermeister Elmar Rebmann ahnte da bereits nichts Gutes und fühlte sich gleich an die Situation von 2013 erinnert, wo es fast an der gleichen Stelle bereits zu einer ähnlichen Situation gekommen war. „Nach zehn Minuten hatten wir dann die Bestätigung, dass es dort wieder zu einem Erdrutsch gekommen war“, so Rebmann.

Man habe dann nach einer eingehenden Begutachtung durch Experten der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerkes (THW) und der Bergwacht entschieden, das darunterliegende Gebäude in der Eckisstraße sicherheitshalber zu evakuieren, so Rebmann. Für die 25 Bewohner richtete die Verwaltung noch in der Nacht eine Notunterkunft in der Mensa der Barbara-Gonzaga-Gemeinschaftsschule ein, das DRK kümmert sich um die Verpflegung. Die Bewohner des geräumten Gebäudes konnten mittlerweile wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Vom Erdrutsch indirekt betroffen sind auch die Anwohner der Straße „Am Samuelstein“. Da die verschüttete Straße die einzige offizielle Verbindung zu ihren Häusern ist, waren sie zunächst für einige Stunden abgeschnitten und konnten ihre Autos erst am Sonntagmittag über einen schmalen Spazierweg umparken. Wie sich später herausstellte, muss der Gustav-Magenwirth-Weg noch länger gesperrt bleiben.

Am Sonntagmittag erreichte die Einsatzleitung eine weitere dringende Meldung: Bei einem Gebäude in der Stuttgarter Straße hatte das reißende Wasser eine Stützmauer massiv beschädigt, so dass Einsturzgefahr bestand. „Wir haben dieses Haus deshalb vorsichtshalber geräumt“, wie Kommandant Wolfgang Dörner berichtete. Die Bewohner des Hauses konnten privat unterkommen oder wurden vorübergehend in Ausweichquartieren untergebracht.

Weitere Hochwasserschwerpunkte waren unter anderem auf dem Betriebsgelände von Sika, wo ein Verwaltungsgebäude von den Fluten betroffen war. In Zusammenarbeit der Sika-Werksfeuerwehr und der Bad Uracher Feuerwehr konnte das Wasser schließlich abgepumpt und das Gebäude mit 1500 Sandsäcken der Pfullinger Feuerwehr gesichert werden.

Zudem mussten die Feuerwehr und die Stadtwerke Bad Urach ein unterirdisches Pumpenhaus im Maisental sichern. Von unten drückte das Grundwasser in den Brunnen und von oben das Hochwasser. Von dieser Quelle aus wird unter anderem die Wasserversorgung für das Gestüt Güterstein und den Fohlenhof auf der Alb gespeist.

Alles in allem ging es für die Kurstadt diesmal wesentlich glimpflicher aus, als beim verheerenden Hochwasser von 2013, bei dem ähnlich hohe Pegelstände auftraten wie diesmal. „Ich bin sehr froh, dass sich unsere, in den vergangenen Jahren durchgeführten Hochwasserschutzmaßnahmen beim aktuellen Hochwasser absolut bewährt haben“, so Elmar Rebmann. Unter anderem wurde für den verbesserten Hochwasserschutz in den vergangenen Jahren der sogenannte Dreiachtelkanal beim alten Postgebäude aufgeweitet und seine Durchflussmenge erhöht. „Am aller wichtigsten ist aber, dass diesmal keine Menschen zu Schaden kamen“, wie Bürgermeister Rebmann betonte.